Geschichte

Der Kärntner Schriftstellerverband – seit Statutenänderung 2013: Kärntner SchriftstellerInnenverband – wurde 1969 gegründet.

Der erste Präsident, Lorenz Mack, wurde nach einem Richtungsstreit noch innerhalb eines Jahres von Walther Nowotny abgelöst. Dieser 1924 in Wien geborene Schriftsteller war zudem Kunstkritiker, Schauspieler, Regisseur und ein paar Jahre lang Rhetoriklehrer an der Universität Klagenfurt. Er hatte nicht nur die Leitung des Kärntner Schriftstellerverbandes sondern auch des PEN-Clubs Kärnten inne und konnte diese Personalunion gut mit seiner Tätigkeit beim ORF verknüpfen.

Nowotny gründete gemeinsam mit Anton Fuchs die Fresacher Literaturtage, mit denen von 1972 bis 1993 zu Zeiten des Eisernen Vorhangs alljährlich ein wichtiger Kulturaustausch  zwischen Ost und West ermöglicht wurde. Zahlreiche österreichische und ausländische Autorinnen und Autoren aus der ehemaligen DDR, BRD, Schweiz, Ungarn und Jugoslawien  haben an diesen jeweils mehrtägigen Veranstaltungen im Gasthof Themeßl in Fresach teilgenommen. Mit dem Ende des Kalten Krieges bedurfte es dieser Vermittlungsfunktion des Kärntner SchriftstellerInnenverbandes nicht mehr.

Nach dem Tod Nowotnys wurde Mitte der 90-er Jahre Günter Kanzian zum neuen Präsidenten des KSV gewählt, von Anfang 2002 bis Februar 2016 leitete Gerard Kanduth den Verband, ihm folgte nun Gabriele Russwurm-Biró als erste weibliche Präsidentin.

Im Jahr 2002 wurde der im Zweijahresrhythmus ausgeschriebene Preis des Kärntner SchriftstellerInnenverbandes für neue Literatur ins Leben gerufen. Als Juryvorsitzende fungierten bisher Engelbert Obernosterer (2002 und 2012), Arnold Mettnitzer (2004), Josef Winkler (2006 und 2014), Egyd Gstättner (2008) und Gustav Januš (2010). Die bisherigen Preisträger sind Barbara Kaufmann (vorm. Grascher), Simone Schönett, Jürgen Lagger, Hugo Ramnek, Christoph W. Bauer, Harald Schwinger und Anna Baar.

Anlässlich des 50. Geburtstags von Josef Winkler in Klagenfurt veranstaltete der Verband im Juni 2003 in Klagenfurt unter dem Titel „Beigesellt/fernwesend“ ein zweitägiges Symposion, über das im kitab-Verlag eine gleichnamige, von Reinhard Kacianka herausgegebene Publikation erschienen ist.

Nach der schon 1991 erschienenen  Sammlung  LYRIK,  hrsg. vom WOM-Institut für Weiterbildung, wurde 2004 bei Mohorjeva/Hermagoras die zweite Anthologie des Kärntner SchriftstellerInnenverbandes „Tagbilder und Gegenwelten“,  hrsg. von G. Kanduth, veröffentlicht. Die Texte stammen von 26 Mitgliedern des Verbandes, darunter Alois Brandstetter, Alois Hotschnig, Gert Jonke, Gustav Januš, Maria Nestler und Josef Winkler.

Seit 2005 findet auf der Alten Burg in Gmünd/Kärnten alle ein bis zwei Jahre das gemeinsam mit der Kulturinitiative Gmünd veranstaltete trilaterale Alpe-Adria-Literatursymposion des Kärntner SchriftstellerInnenverbandes statt.  Die mehrtägigen Treffen von AutorInnen, VerlegerInnen und Kulturschaffenden vor allem aus Italien, Österreich und Slowenien, aber auch aus Kroatien und Tschechien, ua, sollen die große Tradition der kulturellen Gemeinsamkeiten in dieser zentraleuropäischen Region als kreative Klammer eines zukunftsträchtigen Miteinanders reaktivieren. Für Planung und Organisation zeichneten bisher R. Kacianka und Elisabeth Faller verantwortlich.

Weiters veranstaltete der Verband z. B. im Mai 2002 das Fest für Gösta Maier, im Herbst 2005 den Anton Fuchs-Gedenkabend und die Gemeinschaftslesung AutorInnen aus Slowenien in Klagenfurt, im November 2006 gemeinsam mit der Josef-Friedrich-Perkonig-Gesellschaft zum 70-er von Andrej Kokot die  Feier Sei Brücke! – Bodi most! und gemeinsam mit der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft, Landesgruppe Kärnten, im Dezember 2007 den multimedialen Abend „Wehmut kann lächeln…“ – Motive der jüdischen Literatur im Volkskino Klagenfurt. Ab 2015 sollen etwa zwei mal jährlich im Rahmen von Gemeinschaftslesungen jeweils neue Mitglieder vorgestellt werden.

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