Kärntner Schriftsteller… > Leseprobe > Die Annehmgitsche

Die Annehmgitsche

von Gertraud Patterer

Bääää!“ schreit der Pöppm und liegt do in Blüet und Schlatz. Die Male isch auf der Welt.

Mit die Faischte trummlt der Winter aufs Haus. Die Nocht steckt Eiszopfn in Kamin, und in Herd weards Feuer hin. Der Wind knittlt ins Fenschter und a Scheibe bricht, und a Hond henkt a Decke vür und stellt an Schüech dahinter, und noh oan, doß hebt. Der Schnee leckt einer und er mocht Wellelen übers gönze Fenschterbrett. Die Berge glongen mit weiße Hände öacher. Und die Sterne brechn`s erschte Mol in der Ewigkeit. Vorlauter kolt!

Die Kömma isch ohgstachlt, oans hot Feuer gemocht. Und des loßt den Rein auf die Wände aufglinschtern. „ Male“, sogt a Frau in der Kömma und es follt ihr Hond in Pöppmzegga und öchn aufs Kindergsichtl drauf. „ Male“, sogt die Weibesche hetza schon in Schlof. Und sie liegt in an fremen Örte, in an fremen Bette, in Blüete, neu entbundn. In Herdlen krocht es Pech! Die Weibesche hot geschwollne Hände. Koa Ring steckt auf an Finger. Röet bliaht ihr Gsicht. Sie hot noh zwoa Kinder, an Laurenzius und an Petrus. Genau woaß sie nit wo die Büebm hend, ober ungefähr. Und hetz isch die Male auf der Welt. In an Egge steht a Schochtl mit Pöppmzoig. Urolts, verwoschns, verbörts, a ondere Frau hot`s ihr gebm, sie woaß nimmer wer. Sebm müeßat sie denkn, wenn sie munter war, und selle tüet sie nit.

Stundn sein vergong. Liacht brinnt. Koans rührt sih. Olls bleib so wie in der Ewigkeit. Ols war olls so miede, doß nimma munta werd. Ols war olls so fröeh, doß schlofn derf! Koa Wind isch mehr dauße, und die Weibesche tramt: Vom erschtn und vom zweitn Kind und vom drittn. Und doß es osne hergschaug hot wie a schworza Hohne, und es ondere wie a weißes Lömmp, gönz schimmrig, gönz dürchsichtig. Blau sein sie olle gewesn in der erschtn Stund. Weil die Paulina schloft olm ein ben Kinderkriegn, und rittlen müeß man, doß man sie munter krieg. Bei die Fiaße und bei die Hände. Und onschreien. Nocher schaug sie, ols wie a Küeh, die ah nit Sorge trogn braucht! Und sie blemetzt laut. Und sie schlintet, und wos weasche denn – ? Freme Hände nehmen nocher `s Kind. Und die Paulina denkt – wonn` s untn uma eppa wieder hoale isch? Und a Kroft hot de, so wie Elefontn, so wie follnde Bama. So wie Negan. Oder wie da Krieg. Und vanöat lieg sie nocher wieder später, wo sie gor nit hin ghört, oanfoch weil wieder die Stund do isch. Leit schaugn zömme, zörnig, zuckn die Achsle, wundern sih. Paulina hoaßt sie, an schien Nom ah noh hot sie!

Bische woll nit dicke

Paulina hoaßt sie, an Leib hot sie wie a Egatle zum eineliegn. Büebm stiahn an – die sein noh nit truckn hinter die Öhrn. Und müessn schon! Hobm soien jo kloaner `s Beutele nit mit an Reckbandlen ohgeklemmt!

Mannder seins, gönz seltn amol oaner, der fürspringt bei der Paulina –. A schiefriger holt, der lieber Weichbrunn trinkn geht. Die Paulina – eppes hot sie, wos die oan Weiber nit hobm. Gor nie kam man bei die oan Weiber auf den Gedonkn – lei aufs Naglen.

Do liegt a Arbetsmensch in Bette. Dicke Knöchle hot sie, und a rauche Haut und an kräftigen Hals. Und örge Tuttn. Und an Oasch.

Kommentare sind geschlossen.

Trackbacks und Pingbacks

Design & Programmierung Almstudio.at