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Irgendwie leben wir wie ein entferntes Gebirgsvolk

von Gabriele Russwurm-Biro

„Irgendwie leben wir wie ein entferntes Gebirgsvolk“

Alois Köchl, Ferndorf, Sonnwiesen – und Irina, über die sich alle freuen

Gabi Russwurm-Biró, Café Loretto auf dem Domplatz

Ferndorf, Sonnwiesen und das kleine Café auf dem Domplatz in Klagenfurt. Kaffee und Aperol, grün und baldachinartig. Es gibt eine Geschichte.

Steigt man auf den Turm der Domkirche, dann sieht man, dass es besonders klein ist, das Café Loretto auf dem Domplatz in Klagenfurt. Der Kärntner Künstler Alois Köchl aus Ferndorf, Sonnwiesen, erhielt 1987 den Auftrag, die gesamte Decke des kleinen Cafés Loretto auf dem Domplatz auszumalen. Kaum ein Besucher des Cafés Loretto weiß, dass es zu der grünen baldachinartigen Wandmalerei eine Geschichte gibt und einen Kärntner Künstler aus Ferndorf, Sonnwiesen, der die Decke bemalt und signiert hat. 1987.

Die grüne Baldachindecke in dem kleinen Café auf dem Domplatz in Klagenfurt, welches, wenn man auf den Turm der Domkirche steigt, besonders klein wirkt, hat Alois Köchl bemalt und er freut sich, dass es noch niemandem in Klagenfurt gelungen ist, seine Malerei zu verschandeln. Kommt man aber, meist unwissend in dieses kleine Café Loretto, denn kaum ein Besucher weiß, dass es zu dieser Decke einen Maler aus Ferndorf, Sonnwiesen gibt und eine Geschichte, wenn man also doch einmal dieses kleine Café auf dem Domplatz entdeckt hat, hineingegangen ist und bemerkt hat, dass schräg links über der kleinen Theke in diesem kleinen Café auf dem Domplatz in Klagenfurt, dass dort, gleich wenn man den Raum betritt, schräg über der Theke im linken Eck eine Signatur seit über zwanzig Jahren vorhanden ist, dann freut man sich wie der Künstler aus Ferndorf. „Köchl 1987“.

Kaum ein Besucher dieses kleinen Cafés auf dem Domplatz in Klagenfurt hat also diese Köchl-Signatur „Köchl 1987“ des verkannten und bis heute zu oft links liegengelassenen Künstlers Alois Köchl, Ferndorf, Sonnwiesen, schräg links über der Theke des kleinen Cafés auf dem Domplatz entdeckt. Ich schon.

Ich kenne Alois Köchl, Ferndorf, Sonnwiesen, bis heute zu oft links liegengelassener Kärntner Künstler, länger als dieses kleine Café auf dem Domplatz, das, wenn man auf den Turm der Domkirche steigt, besonders klein erscheint, auch wenn man die Geschichte der grünen Baldachindecke des Künstlers Alois Köchl, Ferndorf, Sonnwiesen, kennen sollte – was in Klagenfurt nicht allzu oft passiert. Auch nicht in diesem kleinen Café auf dem Domplatz. Seit über zwanzig Jahren bilden also die wilden Figuren und kräftigen Farbpatzen von Alois Köchl, Ferndorf, Sonnwiesen, über diesem Gastraum, der mit einer Theke, einer Kaffeemaschine und einigen winzigen Nischentischen völlig ausgelastet ist, einen einzigartigen grünen Baldachin mit einer Signatur schräg links über der Theke des kleinen Cafés.

Gott sei Dank steht hinter dieser kleinen Theke in diesem Café, das, wenn man auf den Turm der Domkirche steigt und auf das kleine Café hinunterschaut, besonders klein erscheint, auch wenn man sich in diesem Moment an die grüne Deckenmalerei des Kärntner Künstlers Alois Köchl erinnert, Gott sei Dank steht hinter der Theke vor der „Köchl-Signatur 1987“ oft Irina. Besonders viele Besucher dieses kleinen Cafés auf dem Domplatz in Klagenfurt kennen Irina und freuen sich, auch wenn sie nicht wissen, wer die grüne baldachinartige Wandmalerei an der Decke des kleinen Cafés Loretto gemalt hat und das schon vor über zwanzig Jahren, und freuen sich auf einen Kaffee oder einen farblich kontrastierenden Aperol und auf Irina. Ich auch.

„Ich wollte unbedingt 14 Tage Zeit haben, wo mich niemand stört, wenn ich die Decke male“, erzählt Alois Köchl, Ferndorf, Sonnwiesen, zu oft links liegengelassener Kärntner Künstler. „Und diese Chance habe ich niemals gehabt, weil da bereits die Tischlerarbeiten eingebaut waren. Es war dann schon so zum Aufpassen bei der Arbeit, dass ich eigentlich nicht mehr arbeiten konnte, wie ich wollte. Ich musste viel mehr Acht geben, sonst hätte ich wieder die Einbauten dreckig gemacht. Wie will man denn an der Decke malen, wenn alles herum steht! Die Wellen am Plafond sind ein optischer Furz, das ist nur Gipskarton. Wenn man alles grün macht, dann hat es wenigstens eine Ebene. Und dann noch der ganze Tschatsch und Kitsch rundherum, das war nicht einfach.“

Alois Köchl, Ferndorf, Sonnwiesen, wusste nicht mehr genau, in welchem Jahr, aber sicher vor über zwanzig Jahren, er seine „Köchl-Signatur 1987“ schräg links über der Theke, hinter der oft und Gott sei Dank Irina aus Kuba steht, über die sich alle freuen, wenn sie in dieses kleine Café auf dem Domplatz in Klagenfurt kommen, gemalt hat. „Vom Funktionellen her ist die Malerei recht gut“, sagt Alois Köchl, Ferndorf, Sonnwiesen. „Um mehr ist es mir eigentlich nicht gegangen, mehr hätte ich dort gar nicht gemacht. Ich habe so etwas nur einmal getan und dann nicht mehr wieder“, in diesem kleinen Café Loretto auf dem Domplatz in Klagenfurt, das, wenn man auf den Turm des Doms steigt, besonders klein erscheint, außer, der Vorgarten ist schon ausgepackt – mit Irina, über die sich alle freuen und auf den Kaffee oder einen farblich kontrastierenden Aperol oder man denkt an die grüne baldachinartige Decke – einzigartig für Klagenfurt von Alois Köchl aus Ferndorf.

„Von der Darstellung her habe ich mir gedacht, passt das gut. Das habe ich nicht so schlecht erwischt, glaube ich. Es ist alles zusammen eigentlich ganz einfach: Ein Mann mit einem ganz langen Alphorn, der da oben auf der Decke steht. Dann gibt es einen Speedwayfahrer, der um die Ecke fährt. Es gibt noch einen Hinweis auf ein Golfspiel und einen Pianisten. Hinten ein Bild mit einem Schiffsbug in der Ecke. Die Großzügigkeit kann man nur dann ausführen, wenn man auch die Gelegenheit hat, das so zu machen – oder?“ fragt Alois Köchl, der zu oft links liegengelassene Kärntner Künstler, der immer noch in Ferndorf, Sonnwiesen lebt – und malt und sich nach sicher über zwanzig Jahren über das kleine Café Loretto auf dem Domplatz in Klagenfurt freut, auch wenn kaum ein Besucher weiß, dass die Wandmalereien von diesem Kärntner Künstler stammen: Alois Köchl.

„Man soll nicht großmächtig geistig hinein interpretieren“, in die grüne baldachinartige Wandmalerei mit der „Köchl-Signatur“ meint der Künstler. „Das waren einfach ein paar Themen, bei denen ich mir gedacht habe, dass macht Sinn, dass ich sie irgendwann einmal in einem Kaffeehaus unterbringen kann. Das mit dem Alphorn ist relativ klar, denn irgendwie leben wir wie ein entferntes Gebirgsvolk.“

In Ferndorf, Sonnwiesen und in Klagenfurt, weil kaum ein Besucher des kleinen Cafés auf dem Domplatz in Klagenfurt bemerkt, dass schräg links hinter der Theke, hinter der Gott sei Dank oft Irina steht – und arbeitet – und sich alle über sie freuen und nicht wissen, dass Irina aus Kuba vor der „Köchel-Signatur 1987“ steht und sich auch über den Kaffee und den bestellten, farblich kontrastierenden Aperol freut. Alle freuen sich, auch ich, weil ich Alois Köchl kenne. Und Alois Köchl, Ferndorf, Sonnwiesen, freut sich, denn: „Das Ehepaar Hofer war Auftraggeber und wirklich liebe Leute. Sie sind zu diesem Projekt gestanden.“ Die vielen Spiegeln waren nicht seine Idee, das hat der Frau Hofer so gut gefallen in diesem kleinen, vom Turm der Domkirche besonders klein erscheinenden Cafés auf dem Domplatz. „Ich habe mir bei dem kleinen Café Loretto gedacht: Eigentlich ist das ein Wunder. Durch die Malerei hat das ganze Lokal eine eigene Atmosphäre bekommen. Das haltet – und hat im Grunde nicht viel gekostet. Irgendwie gefällt es mir, nicht weil es um meine Kunst geht. Eigentlich waren die Hofer super, denn sie haben mir überhaupt nicht hineingeredet. Und man hat es bis heute nicht geschafft, diese Malereien und das kleine Café Loretto zu verschandeln.“

Das war die Geschichte für Alois Köchl.

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