Archiv für August 2011

Wort, verwandelt in Farben

von Gustav Janus

JENE VON DEN TAGEN und den Nächten umkreiste Nähe im Spiegelbild der Farben und der Schrift entwertet mir zwar die Gesetze im Stein, versteinert mir aber den Augenblick. So leuchtet jetzt in meinen Augen zerstreutes Licht, wenn auch von der Nachtschwärze bedrohtes, über den Bilderrand hin in den Raum des Erzählens. Wort, verwandelt in Farben, […]

Der Tatbestand der Worte

von Arnulf Ploder

Als Kind habe ich immer den Erwachsenen zugehört. Ganz ruhig, um alles mitzubekommen, aber auch, um von ihnen vergessen zu werden und ihr Verhalten nicht durch meine Anwesenheit zu verfälschen. Scheinbar unbeteiligt schärfte ich mir ihre Blicke, Mienen, Gesten und Wendungen ein. Doch achtete ich nicht nur auf die von ihnen gebrauchten Worte, sondern auch […]

Aus „Judith“

von Maria Pink

Angela kommt ins Schwärmen: „Paul Kamsler wurde in den Medien als Pionier gefeiert. Und was hat er getan? In dieser unwirtlichen Gegend hat er ein Hotel aus dem Boden gestampft.  Die weitere Geschichte, wie er es fertig brachte, die Bürger von Cairns zu motivieren, an der Errichtung eines Touristikzentrums mitzuwirken, ist einfach zu lang und […]

1.

von Juergen Lagger

mir ist als lasse sich nicht alles ganz gewöhnlich an (das ist nicht von mir) als beginne eine träumerische Entfremdung, eine Entstellung der Welt ins Sonderbare um sich zu greifen, als ich einen Fuß auf den Bahnsteig setze (ich bin angekommen) als ich einen Fuß auf den Bahnsteig setze brandet mir der Lärm entgegen, ungebremst […]

Texte

von Johannes Golznig

Die Ballade vom tanzenden Fisch Ich habe die Fische rauchen gesehen und tanzen gereizt vom Alkohol mit Flossen verwelkt und lustig Ich habe die Fische grölen gehört und schnäuzen aus öligen Kiemen mit Fetzen aus starrer Chemie Ich habe die Fische tanzen gesehen und betteln und  flehen im Rausche mit zitternden Gräten zur Band Spült […]

Violoncello

von Elisabeth Faller

Violoncello I Sie verfügten über keinerlei gemeinsamen Besitz bis auf einen nicht endenwollenden Bogenstrich in A-Dur pianissimo Violoncello II Mit fernen Armen spannst du mir meine Saiten neu stimmst mich behutsam in reinen Quinten Violoncello III Ich musiziere mit dir in der Erinnerung an das Vertrauen der Kindheit unserer Zeit mit den schweren Celli über […]

O(h)ro … pax vobiscum − und weitere politische Überlebensmittel

von Bruno Kathollnig

Ohro … pax  − vobiscum! Euch allzu Hörigen! Aber auch euch richtig Bärigen! Mit einem Schuss ! … mit einem Schuss Fantasie! Die ihr Unerhörtes mitnichten überhört − die ihr euch gegen das, was so banal, wie ein falscher Schulterschluss, entschieden wehrt − die ihr euch jenseits jeder Neiddebatte über all das Nimmersatte (Hast du […]

Licht · Staub

von Birgit Bachmann

Die letzten monate habe ich gedanklich mit diesem begriff gelebt und gearbeitet. Staub ist etwas boden-selbst-und-unbe-ständiges – mit dem wir immer zu tun haben. Der uns umgibt. Und durch die modernisierung und elektrifizierung der welt sichtbarer wird – es gibt eine magnetische anziehungskraft zwischen staub undl licht – ein sichtbares liebesverhältnis-spiel – bedingt einer dem […]

Der Platz, an dem ich lese

von Alois Hotschnig

Einer traute sich nicht über den Dorfplatz zu gehen, durch die Blicke der anderen, durch die er hindurchmusste wie durch eine Beichte, damit fing es an. Die Geschichte dieses Mannes lockte mich in ein Buch. In die Bücher, die ich seither nicht mehr verließ. Sein Dorfplatz war auch mein Platz, wusste ich. Die Blicke der […]

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